Wahrnehmungsübungen für EmoTrance

EmoTrance ist eine Fertigkeit des Körpers und des Energiesystems. Es ist auch eine ganz natürliche Fähigkeit und Fertigkeit, denn unser System arbeitet ständig mit Energie, selbst wenn wir es nicht bemerken. Täte es das nicht, würde unser Körper vermutlich nicht lange überleben.

In der praktischen Arbeit mit EmoTrance bin ich nun einige Male Menschen begegnet, die es als schwierig empfinden, ihre Emotionen bzw. die Energie im Körper zu spüren, oder die Bewegung der Energie zu registrieren.

Nun ist dieses Spüren eine Sinneswahrnehmung, die mit sehen, riechen, tasten usw. vergleichbar ist. Diese Fähigkeit, Regionen und Vorgänge im eigenen Körper zu spüren ist bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt Leute, die sehr empfindsam sind und selbst sehr schwache Ereignisse bemerken, während andere dafür sehr starke Inputs brauchen. Möglicherweise hat sich deren System einmal entschieden, daß es in dieser Welt besser zurecht kommt, wenn es viele Impulse vom Bewußtsein fern hält.

Wie alle Fertigkeiten (sei es Sprachenlernen, Tennis, Jonglieren, Autofahren oder Seemannsknoten) lernen unterschiedliche Menschen auch EmoTrance unterschiedlich schnell. Deswegen erscheint es mir durchaus sinnvoll, auch bei Schwierigkeiten mit Ausdauer dranzubleiben.

Wir können alle unsere Sinne trainieren.

Wenn wir z. B. gern Wein oder Bier trinken, können wir bald mehr Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten, Marken usw. feststellen. Wir können sogar zum veritablen Kenner werden.

So auch beim Essen – Gourmets, Feinschmecker genießen oft sogar einen besonderen Ruf.

Oder beim Riechen, das für die Parfümerie und die Kosmetik ganz wichtig ist.

Die Sinne können also trainiert, „geschärft“ werden. Das ist hauptsächlich eine Sache der Übung, des Lernens.

Falls Sie es schwierig finden, die Energien im Körper zu spüren, schlage ich Ihnen diese Wahrnehmungsübung vor, die Sie wenigstens eine oder zwei Wochen lang durchführen – ideal wäre mehrmals täglich, es braucht ja nicht viel Zeit.

Übrigens ist manchen Menschen gar nicht bewußt, daß es sich um Emotionen, um Gefühlsreaktionen handelt, wenn sie in bestimmten Situationen im Kopf ganz angespannt werden, wenn der Nacken sperrt und starr wird, wenn die Beine hart wie Holz oder die Hände heiß werden. Dann mögen sie glauben, daß sie ihre Gefühle nicht im Körper spüren, weil sie die Verbindung zwischen Emotion und körperlicher Reaktion nicht herstellen. Auch diese Menschen können von den Übungen profitieren.

  • WICHTIG: Machen Sie die Übung/en ganz entspannt und spielerisch. Anstrengung ist hier kontraproduktiv.
  • Sitzen oder stehen Sie entspannt.
  • Schütteln Sie nun ca. 15 mal EINE Ihrer Hände schnell und kräftig – ohne sich wehzutun ;-).
  • Halten Sie beide Hände wieder entspannt.
  • Spüren Sie bewußt in beide Hände hinein (gleichzeitig oder nacheinander) und registrieren Sie, wie unterschiedlich sich die Hände anfühlen.
  • Machen Sie dasselbe nun mit der anderen Hand.
  • Spüren Sie wieder bewußt die Unterschiede.
  • Wie weit reicht dieses Gefühl?
  • Was verändert sich?
  • Jetzt schütteln Sie beide Hände.
  • Spüren Sie die Empfindungen in beiden Händen.
  • Spüren Sie, wie sich die Hände im Unterschied zu anderen Körperregionen anfühlen.
  • Nur beobachten! Nicht beurteilen! Nehmen Sie es so, wie es ist.

Einige Varianten dieser Übung – damit es nicht langweilig wird 😉

  • Machen Sie 4 Kniebeugen – zunächst mit einem Bein, dann mit dem anderen, danach mit beiden. Spüren Sie jeweils den Empfindungen und Unterschieden nach.
  • Reiben Sie zunächst eine, dann die andere Hand schnell und kräftig z. B. über einen Oberschenkel, bis Wärme entsteht. Spüren Sie jeweils den Empfindungen nach – vielleicht sogar in der Hand und dem Oberschenkel gleichzeitig.
  • Massieren Sie ca. 15 – 30 Sekunden lang eine Ohrmuschel. Spüren Sie die Unterschiede. Dann ist die andere Ohrmuschel dran.
  • Kühlen Sie einen Bereich des Körpers mit kaltem Wasser (z. B. eine Hand/einen Fuß unter einen kalten Wasserstrahl halten oder ein feuchtes Tuch auf einen Teil des Gesichts oder eine andere Körperstelle legen). Unterschiede spüren. Einen anderen Bereich kühlen. Wieder spüren. Dehnt sich die Kälte aus? Wohin? Wie schnell?
  • Das geht auch mit Wärme.
  • Lassen Sie eine Hand hängen und halten Sie die andere mit ausgestrecktem Arm nach oben. Unterscheide spüren. Wechseln.
  • Im Sitzen die Muskeln in einem Oberschenkel ca. 10 Sekunden kräftig anspannen, loslassen, spüren, wechseln.
  • Nur beobachten! Nicht beurteilen! Nehmen Sie es so, wie es ist.

Die nächste Stufe:

  • Erinnern Sie sich an einen Film der Sie sehr berührt oder gepackt hat (lustig oder traurig oder spannend). Üben Sie, zu fühlen, wo das Gefühl sich in Ihrem Körper äußert.
  • Oder sehen Sie sich gezielt einen solchen Film an, den Sie schon kennen, und achten Sie auf die Körperempfindungen.
  • Wenn Sie eine Emotion im Körper geortet haben – falls Sie den Film ansehen, drücken Sie die „Pause“-Taste 😉 – und erlauben Sie, dieser Energie zu fließen. Beobachten Sie, welchen Weg sie nimmt. Spielerisch und entspannt, ohne Willenskraft, ohne Druck!
  • Sie können natürlich auch statt eines Films ein Buch, eine Geschichte oder anderes wählen.
  • Oder Sie erinnern sich an eine Situation in Ihrem Leben, die Sie sehr berührt oder gepackt hat. Vielleicht als Sie mal ein Problem hatten – so etwas soll ja vorkommen 😉 – oder verliebt waren, oder traurig, oder dankbar, oder vielleicht glücklich… orten Sie das Gefühl in Ihrem Körper, lassen Sie es schmelzen, lassen Sie es fließen.
  • Wenn Sie im Alltag Emotionen (z. B. Freue, Wut, Angst, Verliebtheit) spüren, dann fragen Sie sich mal: „Woher weiß ich, daß ich diese Emotion habe?“ Versuchen Sie, den Ort dieser Emotion in Ihrem Körper zu finden.
  • Wenn Sie so weit sind, daß Sie den Ort identifizieren können, erlauben Sie der Emotion/Energie sich zu bewegen, zu fließen. Und beobachten Sie.
  • Bitte bedenken Sie: es ist ein Zulassen, eine Intention. Kein Zwingen. Energie fließt von Natur aus, Energie ist geradezu Bewegung. Meines Erachtens ist es meist ein Anteil von uns selbst, der die Energie daran hindert. Also: zulassen, erlauben.
  • Üben Sie täglich.
  • Üben Sie spielerisch und entspannt. Bleiben Sie gelassen und geben Sie sich etwas Zeit.

So, und jetzt wünsche ich Ihnen viel Erfolg und viel Spaß.

Herzliche Grüße

Detlev Tesch